7 Modes: Ableitungen Dur Tonleiter – Modale Improvisation

Jeder einzelnen Stufe der Tonleiter können die jeweils charakteristische Akkord und deren Skalen zugeordnet werden. In dem Zusammenhang ist die Rede von Modes, Akkordskalen oder Kirchentonleitern. Egal, die meisten verstehen das theoretisch recht gut und kennen auch einige Fingersätze. Damit ist es aber leider nicht getan. Wer bislang grob durchblickt ist hier richtig, denn trotzdem gibt es immer wieder Schwierigkeiten diese verschiedenen Sounds in den Kopf und vor allem in die Ohren zu bekommen. Ich versuche hier mal einige praktische Tipps zusammenstellen, um das Material unter verschiedenen Gesichtspunkten/Blickwinkeln zugänglich zu machen. Egal wie man es sehen möchte, geht es dennoch immer um dieselbe Information, grundsätzlich greifen verschiedene Ansätze:
1. Welche Stufe der Dur Tonleiter liegt vor? Dorisch steht z.B. auf der zweiten Stufe.
2. Welche zusätzlichen Töne braucht man zu einer vertrauten Dur- oder Moll-Pentatonik. Eine Tonleiter besteht aus sieben Tönen, der Name Pentatonik kommt von der Zahl fünf, es fehlen also nur zwei Töne!
3. Was ist das charakteristische der jeweiligen Tonleiter? Beispiel: Lydisch ist eine Dur-Tonleiter mit übermäßiger Quarte.
4. Wo liegen die Halbtonschritte? Es gibt grundsätzlich zwei davon. Das Wissen um deren Position kann mancher zwar nicht direkt in eine hörbare Vorstellung umwandeln, aber langfristig wird es dabei helfen, versprochen!
5. Über welche Akkorde in der Begleitung lässt sich die jeweilige Skale üben? Hierzu gebe ich jeweils zwei Vorschläge. Los geht’s, sortiert nach Stufen:

C-Ionisch, (C-Dur)
1. C-Dur Tonleiter, erste Stufe, es geht also einfach nur um die Stammtöne.
2. C- Dur Pentatonik mit zusätzlicher 4 (F) und der großen 7 (B, dtsch: H) Diese beiden zusätzlichen Töne machen gerade den spezifischen Charakter aus, der die Unterscheidung zu Lydisch oder Mixolydisch ermöglicht.
3. Eine Dur-Tonleiter haben wir alle im Ohr, so leicht kann es gehen!
4. Die Halbtonschritte liegen zwischen der 3. – 4. und 7. – 8. Stufe.
5. Begleitung empfohlen mit einem einfachen C-Dur Akkord oder Cmaj7, C6
Eine andere Möglichkeit ist immer die drei Dur-Akkorde der originalen Durtonleiter über den Grundton der Skale zu spielen. In diesem Fall wäre das C-Dur, F-Dur, G-Dur auf den hohen Saiten allesamt mit C im Bass.

C-Dorisch
1. C-dorisch ist die zweite Stufe der Bb-Dur Tonleiter.
2. C- Moll Pentatonik mit zusätzlicher 2 (D) und der großen 6 (A). Der spezifische Charakter kommt vor allem vom bittersüßen Sound der Sexte insbesondere im Kontrast mit der b3 (Eb), man kennt diesen Sound z.B. von Santana ‚Samba Pa Ti‘, ‚Oye Como Va‘
3. Natürlich Moll mit großer 6, Mixolydisch mit b3, oder Dur mit b3 und b7.
4. Die Halbtonschritte liegen zwischen der 2. – 3. und 6. – 7. Stufe.
5. Begleitung empfohlen mit einem C-Moll7 Akkord, oder im Wechsel mit C-Moll6
Die drei Dur-Akkorde wären in diesem Fall Bb-Dur, Eb-Dur, F-Dur über C im Bass.

C-Phrygisch
1. C-Phrygisch ist die dritte Stufe der Ab-Dur Tonleiter.
2. C- Moll Pentatonik mit b2 (Db) und b6 (Ab) zusätzlich. Der spezifische Sound dieser beiden Töne bringt ein spanisches Flair.
3. Eine natürliche Molltonleiter mit b2, das Erkennungsmerkmal. Von Dur aus wird es zu kompliziert: b3 (Eb), b7 (Bb ) b6 (Ab) and b2 (Db).
4. Die Halbtonschritte liegen zwischen der 1. – 2. und 5. – 6. Stufe.
5. Begleitung empfohlen mit einem Db/C ! Sehr gewöhnungsbedürftig, aber C-Moll7 klingt zu allgemein. Die drei Dur-Akkorde über C wären Ab-Dur, Db-Dur, Eb-Dur.

C-Lydisch
1. C-Lydisch ist die vierte Stufe einer G-Dur Tonleiter.
2. C-Dur Pentatonik mit übermäßiger  #4 (F#) großer 7 (B) zusätzlich.
3. C-Dur Tonleiter mit übermäßiger #4, der charakteristisch schwebende Sound.
4. Die Halbtonschritte liegen zwischen der 4. – 5. und 7. – 8. Stufe.
5. Begleitung empfohlen mit D/C, z.B. im 2. Bund. Die drei Dur-Akkorde über C wären G-Dur, C-Dur, D-Dur.

C-Mixolydisch
1. C-Mixolydisch ist die fünfte Stufe einer F-Dur Tonleiter.
2. C-Dur Pentatonik mit 4 (F) und b7 (Bb) zusätzlich.
3. C-Dur Tonleiter mit b7, die einzige Dur-Tonleiter mit b7, der bluesig rockige Sound!
4. Die Halbtonschritte liegen zwischen der 3. – 4. und 6. – 7. Stufe.
5. Begleitung empfohlen mit Bb/C, (Bb711) z.B. im 6. Bund, oder bluesige Grooves über C7. Die drei Dur-Akkorde über C sind F-Dur, Bb-Dur, C-Dur.

C-Aeolisch (natürlich Moll)
1. C-Aeolisch ist die sechste Stufe einer Eb-Dur Tonleiter.
2. C-Moll Pentatonik (1, b3, 4, 5, b7 or C, Eb, F, G, Bb) mit 2 (D) und b6 (Ab) zusätzlich.
3. Eine natürliche Moll-Tonleiter, oder Dorisch mit b6, eine Gemeinsamkeit mit Phrygisch, aber hier ist der Unterschied die b2. Von C-Dur aus wäre es mit b3 (Eb), b7 (Bb) und b6 (Ab), also zu kompliziert. Das Charakteristische ist die 2 und die b6.
4. Die Halbtonschritte liegen zwischen der 2. – 3. und 5. – 6. Stufe.
5. Begleitung empfohlen mit Ab/C, z.B. im 6. Bund, mit Terz im Bass. Die drei Dur-Akkorde über C wären hier Eb-Dur, Ab-Dur, Bb-Dur.

C-Lokrisch
1. C-Lokrisch ist die siebte Stufe einer Db-Dur Tonleiter.
2. C-Moll Pentatonik mit b5 statt reiner 5, Vorsicht! Zusätzlich kommt die b2 und b6.
3. C-Dur Tonleiter bei der alles ein Halbton tiefer ist außer der vierten Stufe: b2 (Db) b3 (Eb), b5 (Gb), b6 (Ab), b7 (Bb ), oder eine Phrygische Tonleiter mit b5.
4. Die Halbtonschritte liegen zwischen der 1. – 2. und 4. – 5. Stufe.
5. Begleitung empfohlen mit C-Moll7b5, z.B. im 8. Bund. Die drei Dur-Akkorde über C wären Db-Dur, Gb-Dur, Ab-Dur.

Übe/Lernreihenfolge
Als Tipp eine Reihenfolge, damit man immer nur auf einen unterschiedlichen Ton achten muss:
C- Lydisch, C-Ionisch, C-Mixolydisch, C-Dorisch, C-Aeolisch, C-Phrygisch, C-Lokrisch.

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