David Roth – Will You Come Home

(Stockfisch Records)
Wir alle kennen und lieben den renommierten Stockfisch-Sound, beobachten, wie er sich im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. Ein übersichtlicher Kreis von hervorragenden Musikern, gebannt auf SACD/CD oder Edel-Vinyl mit audiophilen State-Of-The-Art Aufnahmen der Referenzklasse. Und dennoch gibt es Unterschiede: dieses Album hier ist anders: „a deeper shade of blue“ sozusagen. Bei David Roth wird der Hörer zum Lauscher, der liebenswerte Singer/Songwriter erzählt vertraut persönlich von Erinnerungen und Erlebnissen und schafft es dennoch immer wieder auf eine universelle Ebene, um den Hörer abzuholen. Eine sehr natürlich poetische Art mit Worten und Melodien umzugehen ist Davids Talent, dem kann man sich kaum entziehen, will man auch nicht. Behutsam wird erinnert, dass wir auch zu uns selbst gut sein müssen (‚Be Kind To Yourself’), egal was vorher war, oder dass es einen ganz bestimmten Grund hat, warum wir überhaupt hier sind (‚Greater Good Of All’). So kann man sich schließlich im Titelsong mit sich selbst aussöhnen (‚Will You ComeHome’). An anderer Stelle ist es rührend, wie viel man alten Lieblingslehrern bedeuten kann (‚Thank You Mr. Ryan’), oder wir werden Zeuge beim überraschenden Treffen auf einer Party in ‚Nights At The Chez’, wie es jedem von uns passieren könnte; übrigens mit dem wunderbaren Piano von Lutz Möller. Die Musik wird getragen von einer samtig sonoren Baritonstimme a`la Ralph McTell und dem souveränen Gitarrenspiel von David selbst und natürlich Ian Melrose. Statt die CD mit Sound vollzupacken sind die Songs herrlich fragil und sparsam arrangiert, so dass man sich bei jeder punktuellen Kleinigkeit freuen kann, wie über den Backgroundgesang von Lea Morris oder Mike Silver. Andere i-Tüpfelchen sind die Dobro von Don Ross, das Akkordeon von Manfred Leuchter und natürlich das Markenzeichen Hans-Jörg Maucksch am Fretless Bass. Eine wirklich außerordentliche Scheibe, ich habe sie begeistert gleich mehrmals am Stück gehört!

Jens Hausmann

Webseite von David Roth

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