The Ten Islands

2008 schrieb ich diesen Artikel ursprünglich für Schottland.de:

Jochen Roß & Jens-Uwe Popp
The Ten Islands (Eigenverlag)

Nachdem sich Jochen Roß an der Mandoline und der Gitarrist Jens-Uwe Popp bei ihrer letzten CD klassischer Musik des 20. Jahrhunderts gewidmet haben, versuchen sie bei ihrem neuen schottischen Silberling ‚The Ten Islands‘ gar nicht erst schottisch-keltische Folksmusik authentisch zu interpretieren.
Insofern ist die Scheibe im positiven Sinne nichts für Puristen, könnte aber durchaus als Einstieg dafür begeistern, sich mit entsprechender Musik zu beschäftigen. Eher weltmusikalisch aufbereitet lassen sich die Beiden durch illustere Gäste wie Rhani Krija an der Perkussion und den Kontrabassisten Guido Jäger aus dem gemeinsamen Umfeld von Giora Feidman unterstützen, bei einigen Stücken sorgt die Kanadierin Lisa Winn mit ihrer Stimme für das genretypische Gänsehautfeeling.
Neben vielen traditionellen Stücken verbeugt man sich vor dem schottischen Mandolinenspieler Nigel Gatherer mit drei seiner Kompositionen und der rührenden Geschichte im Booklet, wie jener die Liebe zur Musik wiederentdeckte und sie umso mehr zu schätzen weiß, nachdem er die Musik schon aufgegeben hatte. Diese Geschichte darf auch im übertragenen Sinn als Motto für das Album gelten, da sich das Duo insbesondere zum rauen melancholischen Charme Schottlands, der Landschaft, den Menschen und der Musik hingezogen fühlt. Mit intelligenten, abwechslungsreichen Arrangements wurde diese Begeisterung sensibel eingefangen, da stehen moderne ja rockig poppige Anklänge gleichberechtigt neben klassischen Idiomen. Aber nie wird der rote Faden der keltischen Musik aus dem Fokus gerückt.
Es ist diese Bereicherung durch den eigenen musikalischen Hintergrund, die die Platte sehr authentisch werden lässt und Lust auf mehr macht. Und wann fahren Sie nach Schottland?

Autor: Jens Hausmann

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