Toto Blanke: In Memoriam

Skizze von Jens Hausmann 2013

Skizze von Jens Hausmann 2013

Als Toto Blanke für sein künstlerisches Schaffen kurz nach seinem 75. Geburtstag im November 2011 den Paderborner Kulturpreis bekam, scherzte er, dass er in so jungen Jahren noch gar nicht damit gerechnet hätte. Auch seine letzte Solo-Veröffentlichung ‚Take Time’ kurz darauf war ihm eher musikalische Momentaufnahme als abschließendes Werk, er hatte noch viel vor und jede Menge Ideen. Am 24. Oktober verstarb der Mann mit dem Hut und Schmunzeln unterm Schnauzbart nach kurzer schwerer Krankheit in Hamburg im Alter von 77 Jahren.
Als sein langjähriger Freund und Duo-Kollege Rudolf Dašek schon am 1. Februar desselben Jahres von uns ging, hätte der sympathische Künstler sicher selbst nicht damit gerechnet. Im Gitarren-Duo spielte Blanke seit 1978 gut ein halbes Duzend Tonträger ein. Er war auch offen für ganz andere Duos, wie mit Eugen Drewermann und Erwin Grosche. Bereits 1970 wechselte der Paderborner Autodidakt nach abgeschlossenem Architekturstudium ins Profilager und arbeitete mit dem niederländischen Pianisten Jasper van’t Hof und dem Schlagzeuger Pierre Courbois in der Band ‚Assosiation P.C.’ und später ‚Electric Circus’. In diesem Zusammenhang spielte der Jazzgitarrist mit Größen wie Charlie Mariano, Trilok Gurtu, Tony Lakatos und Joachim Kühn, was ihm zu internationaler Anerkennung verhalf. Zwischendurch nach Hamburg und Cadiqués pendelnd tobte sich der Kosmopolit Blanke bei experimentellen und leicht schrägen Solo-Aufnahmen im Paderborner Heimstudio aus und betätigte sich nebenher als begeisterter Filmer. All das passte zu seinem stets offenen Interesse neuen Dingen und anderen Menschen gegenüber, seinem herrlichen Sinn für Sprachwitz und leicht ironischen Humor und dieser angenehm ernsthaften Lässigkeit eines großartigen Lebenskünstlers. Adieu Toto.

Jens Hausmann

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